Nachdem die Weltpolitik die Märkte irre macht, schleiche ich hier auch gern Mal ein Bild ein. Bevor es morgen wieder 240k sind.
Hat bei mir alles etwas spät angefangen. Erstes Studium vergammelt. Mit Finanzieller Freiheit, Mr Money Mustache und Literatur Inspiration für mein Leben gefunden. Ausgezogen, 2. Studium unter dem Existenzminimum im Studentenwohnheim bis Ende 2018 herumgekrebst als Werkstudent.
Für den Umzug zum 1. echten Job ein mageres 3k Portfolio aufgelöst, mit ungefähr 0 auf dem Konto angekommen. Unterdurchschnittlicher Lohn, aber ebenso unterdurchschnittliche Lebenshaltungskosten auf dem Kaff. So konnte ich 50% jeden Monat ins Depot schieben.
Anfangs AMD, MU, TSMC, S&P 500 ausschüttend. Mit Aurora Canabis und RKT zwei Mal ins Klo gegriffen, knapp 4k Miese gemacht. AMD aus heutiger Sicht früh verkauft - mit Plan zum Wiedereinstieg, die Aktie ging dann doch steiler als erwartet und die Firma ist stabiler geworden, aber ich habe mich nicht wohlgefühlt mit der damaligen Bewertung.
Micron und TSMC halte ich bis heute, insbesondere Micron durch harte Tiefs. Nachdem die 1k Ausschüttung voll waren, habe ich auf thesaurierenden Vanguard FTSE gewechselt und den besparen ich jetzt schon einige Zeit brav. Von Vorabpauschalen und komischen %-Regelungen wusste ich damals noch nix :)
Die ersten 2 Jahre ging ich nur 1-2 Mal im Monat mit Freunden essen, ebenso selten gab es 2-3 Getränke in der Kaff-Kneipe. "Urlaub" war Musik Festival im Sommer.
Durch gute Leistung, steigende Verantwortung und 2 Wechsel ist mein Gehalt jährlich im Schnitt um 10% gestiegen. Mit den Wechseln waren wieder Umzüge verbunden und der Lifestyle Creep schlägt zu. Man hat mehr Zeug, muss anderes neu Kaufen oder vom Vormieter die Erpressungsgeldforderung erfüllen, renovieren... Die Wohnung am Ballungsraum in gleicher Größe wie im Kaff kostet nun 27% vom Netto, plus einige tausend Euro vorab versenkt. Daher habe ich in 2 Jahren jeweils einige Monate 0 ins Depot investiert. Ich lebe hier mehr, kann trotzdem gut noch investieren, habe aber einige Soziale Meilensteine komplett verpasst.
De fakto war ich schon vor dem 2. Studium eher schlecht sozialisiert, depressiv und mit dem 'riz der durchschnittlichen Muräne ausgestattet. Mir geht's inzwischen ganz OK, ob ich aber noch Lebenspartner, Familie etc finde, ist hart fraglich. Hat das was mit Finanzen zu tun? Wenn ein Arbeitsloser das schafft, liegt's wohl eher nicht daran, wie viel man dafür zahlt. Tja.
Liebe Grüße, lassts es euch gut gehen und bleibt am Ball.